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IeK Publikationen
Wellness ist keine Frage des Alters
Von Reinhold van Weegen
Sich wohlzufühlen, sich zu entspannen, sich Gutes zu tun - das ist in jedem Alter angebracht. Reinhold van Weegen zeigt, wie die Klänge der Klangschalen und die Klangmassage als bereicherndes Wellness-Angebot auch in der Arbeit mit Senioren, hier in einem Altenwohnheim, ihren Platz finden können.
Sie sitzen, wie oft, vormittags und nachmittags gemeinsam um den Tisch in der Wohnküche des Altenwohnheims St. Lamberti in Münster, im Wohnbereich Birkenhain: sieben Damen im Alter von 81 bis 98 Jahren. Sie sind es gewohnt, dass immer wieder etwas los ist in der Einrichtung, dass ihnen Angebote zu den verschiedensten Themen gemacht werden, sowohl kognitives als auch mentales Training, Literarisches wie Musikalisches.
Heute habe ich mir als Pflegedienstleiter im Altenwohnheim St. Lamberti für die Damen überlegt, ihnen die sanfte Entspannungsmethode der Klangmassage in abgewandelter Form als Gruppenerlebnis vorzustellen und erfahren zu lassen.
Einige der Damen sind geistig desorientiert, andere wieder geistig fit. Als integrative Gruppe erleben sie, was ihnen angeboten wird. Als die erste Klangschale auf den Tisch gestellt wird, kommen gleich verschiedene Aussprüche: „Haben Sie uns einen Kochtopf mitgebracht?“, „Was wollen Sie denn mit der Blechschüssel?“, „Oh, die ist bestimmt kostbar, schau mal, wie die glänzt“.
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Hochbetagte begleiten und Not lindern
Von Reinhold van Weegen
Ich möchte den Leser mitnehmen auf den Weg der Begleitung, den ich mit Hilfe von Klangschalen mit Margarete W. gegangen bin. Sie war damals 96 Jahre alt, körperlich und geistig in reduziertem Allgemeinzustand. Laute Atemgeräusche beim Ein- und Ausatmen füllten den Raum und führten zu einer einengenden Atmosphäre. Von innerer Unruhe angetrieben durch körperliche Beschwerden, wie Muskelschmerzen mangels Bewegung, bediente Frau W. häufig die Rufanlage oder rief laut „Schwester!“ und „Ich kann nicht mehr!“. Bei aller Erschöpfung, die ihr körperlich anzusehen war, raffte sie sich immer wieder mit innerer Kraft auf, um auf sich aufmerksam zu machen und nicht alleine sein zu müssen.
Margarete W. wurde als 13. und jüngstes Kind ihrer Eltern geboren und als Nesthäkchen gerade von ihrem Vater sehr verwöhnt. Überhaupt spielte ihr Vater wohl eine bedeutende Rolle in ihrem Leben, wie sich später zeigen sollte. Sie selbst hatte drei Kinder geboren, zwei Söhne und eine Tochter. Einer ihrer Söhne starb vor sieben Jahren an Krebs, und der sie immer sehr verwöhnende Ehemann starb ebenfalls vor mehr als 15 Jahren. Der Tod ihres Sohnes wurde von ihr und ihrer Familie so gut wie nie in der Familie thematisiert. Das Thema „Tod und Sterben“ fand überhaupt keinen Platz im Gespräch mit Familie und Umgebung. Sie lebte in den letzten acht Jahren in einem Einzelzimmer im Altenpflegeheim, in dem sie sich wohl fühlte. Für die Mitarbeiter war sie eine Bewohnerin mit herausforderndem Verhalten, denn sie konnten nicht erfüllen, was Frau W. an Leere in sich trug.
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Spirituelle Begleitung und KlangmassageVon Reinhold van Weegen Einführendes Ich war nicht schlecht erstaunt als mich gerade eine Seelsorgerin und Ordensfrau ansprach, ob ich nicht die Begleitung mit Klangmassage bei einem Geistlichen übernehmen möchte. Sie hatte selbst einige Male Klangmassage von mir bekommen und auf Grund der Wirkungen überlegt, ob es nicht auch etwas für einen an Morbus Parkinson erkrankten Geistlichen sein könnte. Von ärztlicher und familiärer Seite unterstützt, wurde ich Herrn Bischof L. vorgestellt. Dieser zeigte sich aufgeschlossen für jegliche Art von Musik und meinte, dass wir es doch mal probieren sollten. Bischof L. war zu der Zeit überwiegend bettlägerig, ein großer und kräftiger Mann, der äußerst bewegungseingeschränkt und versteift wirkte. Seine Erkrankung war seit circa sechs Jahre diagnostiziert und der Verlauf schnell fortschreitend. Seit zwei Monaten lebte er nun in diesem persönlich eingerichteten Altenheimzimmer und alle Pflegeutensilien deuteten darauf, dass es sich um eine umfassende Pflegesituation handelte.
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